Neuer Meilenstein in der Konzer Stadtentwicklung
Investor für Baugrundstück an der „Blauen Säule“ setzt neue städtebauliche Akzente in der Konzer Innenstadt
Seit Jahren ist die Stadt Konz auf der Suche nach einem geeigneten Konzept zur Bebauung des Grundstückes an der „Blauen Säule“, Ecke Grana- und Lessingstraße, um die begonnene Entwicklung der Stadtmitte weiterzuführen und aufzuwerten. Mit der „Günther und Käthi Reh Stiftung“ ist nun ein Investor gefunden, der eine passende Konzeption entwickelt und dem Bauausschuss der Stadt vorgetragen hat.
Mit einer ansprechenden städtebaulichen Konzeption bestehe nun endlich die Chance, die bauliche Lücke zwischen Granastraße und der bestehenden Bebauung (Parkdeck) zu schließen und damit auch eine Überbauung des vorhandenen Anlieferhofes neben dem Kaufland zu erreichen, so Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Frieden. Ein positiver Nebeneffekt sei die Verringerung der Lärmbelastung für die Anwohner.
Hans-Jürgen Lichter, Geschäftsführer der „Günther und Käthi Reh Stiftung & CoKG“, hat mit seinem Projektteam einen umfassenden Kriterienkatalog ausgearbeitet für die Erweiterung des „Kaufland-Komplexes“ zu einem attraktiven Einkaufszentrum mit Galerie-Charakter. Mit einem Investitionsvolumen im hohen einstelligen Millionen-Bereich wird durch die Bauerweiterung bis zur Granastraße eine zusätzliche Gewerbefläche von rund 5.000 Quadratmetern auf drei Etagen entstehen. Die moderne Gestaltung des Baukörpers werde für das gesamte Stadtbild prägend sein, so Lichter.
Die erste Planung sieht eine größtenteils transparente, durchgängige Fassadengestaltung vor, einen neuen Eingangsbereich und einen Arkadengang mit überdachtem Fußgängerweg – allein im Äußeren ein erheblicher optischer Gewinn für den gesamten Saar-Mosel-Platz. Im Erdgeschoss bleibt der Anlieferhof erhalten. Neu entsteht hier eine rund 600 qm große Einzelhandelsfläche, durch ein großzügiges Treppenhaus mit Glasaufzug, mit weiteren 1.100 qm im ersten Obergeschoss verbunden. Eine ca. 500 qm große Laden-Zone verbindet das erste Obergeschoss mit dem Parkdeck und sorgt über eine Rolltreppe angebunden für einen attraktiven Übergang zum ca. 2.800 qm großen 2. Obergeschoss. Auf dem Dach, aus optischen Gründen als Staffelgeschoss zurückgesetzt, soll mit rund 1.000 qm eine exklusive Gewerbefläche entstehen. Ein repräsentativer Glasaufzug verbindet alle Etagen miteinander. Ein komfortabler, barrierefreier Anschluss zu den Parkdecks ist in jedem Stockwerk vorgesehen.
Lichter steht in Verhandlungen mit entsprechenden Mietern, um Konz als Einkaufsstadt zu stärken. Ein Elektronikfachmarkt mit Vollsortiment, ebenso ein Möbelhaus mit Designsortiment und hochwertigen Accessoires sollen Signalwirkung insbesondere auch ins benachbarte Luxemburg ausüben. Mehrere Arztpraxen, zusammengeschlossen in einem Medizinischen Versorgungszentrum, könnten eine weitere Magnetwirkung ausüben. „Wir verhandeln mit Branchenführern, die in Konz noch nicht vertreten sind, um bewusst Frequenzbringer zu gewinnen und damit zur Belebung der Innenstadt beizutragen,“ so Lichter. Wenn alle baurechtlichen Hintergründe geregelt sein werden, rechnet Hans-Jürgen Lichter mit einer geschätzten Bauzeit von rund 15 Monaten. So kann im besten Fall bereits mit einer Einweihung Ende 2011 gerechnet werden.
Neben der Impulswirkung für die Konzer Innenstadt wurden weitere Kriterien wie bspw. die städtebauliche Integration und Erreichbarkeit beachtet, um die Innenstadt nachhaltig zu stärken. Der Bauausschuss hatte in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch das Vorhaben einhellig befürwortet. „Die Stadtmitte erfährt durch den Lückenschluss eine architektonische Aufwertung und damit eine Steigerung ihrer Attraktivität,“ so Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Frieden.
Hiltrud Zock, die als Moderatorin der Konzer Stadtgespräche die „Günther und Käthi Reh Stiftung“ als Investor für diesen Erweiterungsbau gewinnen konnte, sieht in dieser Entwicklung eine Chance zur deutlichen Stärkung der gesamten Stadt Konz. In einer Zeit überfrachteter kommunaler Haushalte liege im kooperativen Zusammenwirken von Stadtverwaltung und erfahrenem, privaten Investor die Zukunft der Stadtentwicklung. Vorangegangen sei ein qualifizierter Ideen- und Erfahrungsaustausch. „Nun werden wichtige städtebauliche Infrastrukturen geschaffen, um gemeinsam mit den Konzer Einzelhändlern, Immobilieneigentümern und Bewohnern die Initiative zu ergreifen und die Stadtmitte weiter zu beleben.“
