Zu Besuch im Lebenshilfehaus Peter Zettelmeyer in Konz

Ein Teil der Besucher in einem der freundlichen Tagesräume

Oftmals am Rande der Gesellschaft und kaum wirklich zur Kenntnis genommen, leben unter uns doch eine Vielzahl von Menschen mit einer geistigen Behinderung. Wie sie ihr Leben und ihren beruflichen Alltag in einem entsprechenden Umfeld erfahren, hat die Aktionsgruppe "Lebenslanges Lernen, aktiv Wissen weitergeben" bei einem kürzlichen Besuch im Lebenshilfehaus Peter Zettelmeyer in Konz erfahren können. Der pädagogische Leiter, Herr Bernhard Hoellen, empfing die Besuchergruppe und gab eine kurze Einführung über die Lebenshilfe Kreisvereinigung Trier-Saarburg und die Entstehungsgeschichte und Zielsetzung der Einrichtung, die seit ihrer Eröffnung in 1998 inzwischen mit rund 170 Damen und Herren mit geistiger Behinderung an die Grenzen ihrer Kapazität gestoßen ist und in nächster Zeit einen Erweiterungsbau erhalten soll.Beim Besuch der einzelnen Bereiche des Hauses konnte die Besuchergruppe erleben, wie Menschen mit einer geistigen Behinderung durch individuell angepasste Anforderungen gefördert werden und so ein Selbstwertgefühl entwickeln können. Dabei wird die Produktivität eindeutig dem Wohl der betreuten Mitarbeiter untergeordnet. In der Tagesförderstätte, wo die Betreuten in kleinen, überschaubaren Gruppen gefördert werden, offenbarte sich ein Bild ganzheitlicher und lebensbejahender Fürsorge, welche auch Menschen mit schwersten Behinderungen eine Tagesstruktur gibt, die Sicherheit und Wohlbefinden vermittelt. 

Helle Räume und frische Farben im ganzen Haus vermitteln ein Gefühl der Lebensfreude, die auch durch die vielen meist von den Bewohnern selbst hergestellten Dekorationen im Haus dokumentiert wird. Ebenfalls sehr beeindruckend sind die offenkundige Empathie und der gleichberechtigte Umgang aller mit dem Lebenshilfehaus verbundenen Menschen, ob mit oder ohne Behinderung. Da stellt sich manch nicht behindertem Besucher die Frage, ob wir nicht alle in unserem täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen ein wenig mehr Gefühl zeigen könnten, ja müssten. um ein Leben im Sinne der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten "Inklusion" praktisch leben zu können.

Die nächste Unternehmung der Gruppe "Lebenslanges Lernen, aktiv Wissen weitergeben" führt am Samstag, dem 07.08.2010 zum Rheinischen Landesmuseum Trier, wo Frau Birgit Möller-Scherf einen geführten Vortrag halten wird zum Thema "Das Leben der Frau zur Römerzeit". Treffpunkt ist um 10:00 Uhr im Foyer des Museums. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die neue Museumsschau "Im Reich der Schatten" zu erleben. Eintrittskarten zum Gruppentarif.

Interessierte Mitbürger sind, wie immer, herzlich eingeladen.

Informationen bei VHS Konz, Konstantinstr. 50, Tel.: 06501-604 323 oder -321 und Gruppensprecher Heinz Hank, Tel. 06501-607046